KLEIDER MACHEN LEUTE

Eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museum

Herlinde Koelbl porträtierte Menschen in Deutschland und im Ausland zunächst in ihrer Standes- oder Berufsbekleidung und anschließend so, wie sie sich in ihrer Freizeit kleiden.
 
Die bekannteste deutsche Fotografin fragte in dieser Fotoausstellung nach den Veränderungen des Menschen durch das Tragen einer Uniform. Wie ändert sich das Selbstbewusstsein, der Gang, das Körpergefühl und dadurch dann das Verhalten. Gibt es eine größere Anerkennung, einen größeren Respekt, eine größere Sicherheit, ein mutigeres, ein patriotischeres Empfinden? Wie verändert sich das Gruppenverhalten durch die gemeinsame Kleidung? Werden Hierarchie und Befehle leichter akzeptiert? Gibt es eine größere Bewunderung, Bestätigung und Annäherung von Frauen für Männer in Uniform? Ist eine Gruppe von Marinesoldaten in ihren blauweißen Ausgehuniformen erotisch? Wie wichtig ist die Standeskleidung für den Menschen? Für den Chefarzt in Weiß, den Fahrer in der Uniform, den Steward, den McDonalds-Verkäufer oder den Maitre? Welche Wirkung erzielt der Uniformträger und wie ist die Wechselwirkung zwischen Betrachter und Uniformiertem?

Fotos © Deutsches Hygiene-Museum / David Brandt

Fotos © Bach-Archiv Leipzig / Gert Mothes


Die Ausstellung Kleider machen Leute im Deutschen Hygiene-Museum zeigte auf rund 800 Quadratmetern etwa 70 Bildpaare. Den Fotos beigegeben waren Nahaufnahmen von Körperpartien und Kleidungsdetails der Porträtierten. Diese Ansichten ergänzten die Porträts um sensible, überraschende und manchmal auch komische Facetten.

In dem von uns gestalteten Werbemotiv spielt auch die Typografie mit Verwandlung und Wechselwirkung und unterstreicht so den Charakter der Bilder.